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Wolfgang Lehmann
Die diesjährigen Programmmacher:innen Sofie Royer und Wolfgang Lehmann präsentieren ein Popfest, das es so bisher noch nicht gab. Sie haben sich der ambitionierten Aufgabe gestellt, Wiederholungen aus den Line-Ups der letzten 16 Jahre zu meiden und zeigen von 23. bis 26. Juli unter dieser Vorgabe 50 Acts am Karlsplatz. Unglaublicherweise haben die beiden auch noch Zeit gefunden, für uns ihre Lieblingsfilme aus dem KINO VOD CLUB zu kuratieren.
Wien als Ort spielt in vielen Filmen eine tragende Rolle. Habt ihr einen Lieblingsfilm, bei dem ihr das Gefühl habt, hier wird „euer Wien“ dargestellt?
Another Coin for the Merry-Go-Round ist für mich vor allem aufgrund der Schauplätze und der Mitwirkenden aus meinem Bekanntenkreis eng mit meinen Erinnerungen an die Wiener Underground-Szene der späten 2000er- und frühen 2010er-Jahre verknüpft.
Gibt es einen Film, den ihr mit einem besonderen Soundtrack verbindet?
Die Soundtracks von The Trouble with Being Born und Die Vermieterin sind zum Beispiel großartig, aber der Film Tempo und vor allem der dazugehörige Soundtrack von Patrick Pulsinger und Erdem Tunakan haben mich bereits als Teenager geprägt. Da ich den Film zum ersten Mal in den 90ern gesehen habe, in einer Zeit, in der eine Internetrecherche noch etwas komplizierter war, habe ich erst nach der ersten Zusammenarbeit mit Patrick herausgefunden, dass er bei Tempo mitgewirkt hat.
Welchen Film empfehlt ihr für den Kater nach dem Popfest?
The Day After steht für mich ganz im Zeichen der Dokumentation: Forms In Relation to Life: Die Wiener Werkbundsiedlung wäre zum Beispiel passend. Während des Architekturstudiums meiner Frau Beate sind wir öfter zum Spazieren und Rezipieren in die Werkbundsiedlung gefahren – ein wunderschöner Ort.
Auch die Indiekultur spielt eine große Rolle beim Popfest. Welchen österreichischen Indiefilm könnt ihr besonders empfehlen?
Der Begriff Indie ist für mich stark an die DIY-Kultur gebunden. In diesem Zusammenhang möchte ich Sparschwein von Christoph Schwarz empfehlen. Es gibt wenige Filme, die das zermürbende Thema Klimakrise so humorvoll und unterhaltsam behandeln. Außerdem feiere ich in diesem Film mein rund fünfsekündiges Leinwanddebüt.
Ein unterschätztes Highlight?
Ich weiß nicht, ob der Film unterschätzt ist, aber FtWTF – Female to What The Fuck von Cordula Thym und Katharina Lampert ist für mich definitiv ein Highlight.
Dein persönlicher Tipp fürs Popfest?
Sofie und ich werden alle Konzerte besuchen, schließt euch uns doch an! Das ist eine Empfehlung für jeden einzelnen Act. Eine Wasserflasche und je nach körperlicher Verfassung ein kleines Klappstühlchen.
Die gesamte Filmauswahl mit den Empfehlungen von Popfest-Kuratorenpartnerin Sofie Royer findet ihr hier.